Endlich handeln – Konversionstherapien von „Homoheilern“ verbieten

Anlässlich der Äußerungen von Jens Spahn zu Konversionstherapien erklärt Ulle Schauws, Sprecherin für Queerpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

Die jüngsten Äußerungen von Jens Spahn zum Thema Konversionstherapien zeigen: der Gesundheitsminister hat keinen Plan. Jetzt hat Spahn zwar grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, Therapien verbieten zu wollen, hat aber offensichtlich keine Idee, wie es gehen kann. Es ist doch absurd, dass der Gesundheitsminister die Bevölkerung um Hilfe und gute Ideen bittet wenn es um konkreten Jugendschutz geht. Handlungsfähigkeit eines Bundesministers sieht anders aus.

Und glaubhaft ist das Verhalten von Spahn auch nicht. Noch im Juli hatte das Gesundheitsministerium das Verbot von Konversionstherapien komplett abgelehnt.

Dabei ist das Untersagen der Therapien sogenannter „Homoheiler“ zum Schutz von Minderjährigen kein Hexenwerk. Dieser Scharlatanerie muss endlich ein Ende gesetzt werden. Wir haben als Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen bereits 2013 einen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, in dem wir die Ahndung von Therapien mit dem Ziel der Änderung der sexuellen Orientierung bei Minderjährigen forderten.

Wir halten an unseren Forderungen fest und fordern die Bundesregierung auf, jetzt unmittelbar zu handeln anstatt auf gute Ideen von Dritten zu warten.

 

Hintergrund:

In einer Facebook Sprechstunde hatte Spahn erklärt, er habe „grundsätzlich gar nichts dagegen“, die vermeintliche „Heilung“ von Lesben und Schwulen gesetzlich zu untersagen. Die Frage sei allerdings juristisch nicht einfach zu lösen. Deshalb bat er in der Bevölkerung um Hilfe.

Einen Artikel auf Queer.de finden Sie hier.

Dabei hatte das Gesundheitsministerium noch im Juli in der Beantwortung einer kleinen Anfrage das Verbot von Konversionstherapien komplett angelehnt. Die Antwort der kleinen Anfrage finden Sie hier.

Den Grünen Gesetzentwurf finden Sie hier.

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