Ulle

Bio und berufliches

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Ich komme vom linken Niederrhein! Genauer gesagt bin ich 1966 in Hüls bei Krefeld geboren und dort in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen. Bis zu meinem 18. Lebensjahr war ich begeisterte Leistungssportlerin (Turnen, aber v.a. Schwimmen) und gerne Pfadfinderin. Die Debattenkultur im Jugendverband und im Elternhaus – insbesondere bei politischen Themen – war sicherlich prägend, zumal mit einem CDU Ratsherrn als Vater.

Mit 15 Jahren fand ich jedenfalls den Krefelder Appell richtiger als den Kampf konservativer Köpfe gegen sog. Koop-Schule (Vorgängerin der Gesamtschulen) und demonstrierte gegen Pershing II Raketen und in Bonn mit Hundertausenden für Frieden und Abrüstung.

Nach der Realschule und Abitur am Kempener Thomaeum, einer Orientierungsphase mit diversen Jobs und Fernreisen studierte ich in Berlin und Bochum Film- und Fernsehwissenschaften, Politikwissenschaften, Neuere Geschichte und Frauen- und Geschlechterforschung und schloss 1994 mit Magistra Artium ab. In diesen Jahren habe ich die Chance genutzt, ein Stipendium an der Glasgow University mit Schwerpunkt „Film und Gender Studies“ zu absolvieren und fand Zeit, mich neben der Uni in Frauen- und Mädchenprojekten in Krefeld, im Ruhrgebiet und in Schottland zu engagieren. Wichtig und sicherlich für mich eine politisch prägende Erfahrung war dabei die Arbeit im Vorstand beim „Notruf für vergewaltigte Frauen e.V.“ (heute „Frauenberatungsstelle Krefeld e.V.“).

Anfang der 90ziger Jahre initiierten und produzierte ich mit einer kleinen Gruppe von Frauen ca. zwei Jahre lang feministische TV-Beiträge beim Offenen Kanal Duisburg (offenes Bürger*innen TV). Eine Erfahrung mit nachhaltigen Auswirkungen nicht nur auf mein Studium, sondern auch auf meine berufliche und politische Entwicklung.

Mit großem Engagement habe ich in der Film- und Fernsehproduktion gearbeitet, sowohl am Set aber auch als Redaktionsleiterin und Dramaturgin. Nach fünf Jahren folgte ein beruflicher Wechsel in den Sozial- und Bildungsbereich, kurz darauf trat ich den Grünen ein. Ich habe einige Jahre Arbeitsmarktuntersuchungen über Berufe in der Pflege entwickelt. Bei SOS Kinderdorf am Niederrhein war ich zunächst für Menschen im Hartz IV Bezug als Fallmanagerin verantwortlich und habe dann Jugendliche an Förderschulen bei der Berufsorientierung unterstützt, bevor ich 2009 Fraktionsgeschäftsführerin bei den Grünen im Rat der Stadt Krefeld wurde .

Die Erfahrungen aus der praktischen, sozialen und auch politischen Arbeit haben mich nicht nur persönlich herausgefordert und bewegt, sondern auch mein Bewusstsein geschärft für das, was wir politisch und gesellschaftlich zu leisten haben: Wir müssen Sorge tragen dafür, dass niemand durchs Netz fallen kann in einer solidarischen Gemeinschaft. Dafür zu streiten ist eines meiner politischen Ziele.

Seit Oktober 2013 bin ich Mitglied im Deutschen Bundestag für die Grünen.

Ich lebe mit meiner Partnerin in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Wir wohnen im belgischen Viertel in Krefeld in einem Altbau mit drei Katzen. Während der Sitzungswochen im Bundestag wohne ich in meinem Zweitwohnsitz in Berlin .

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Meine Motivation, Politik zu machen

Über die Frauenpolitik und die Sozialpolitik bin ich zu den Grünen gekommen. Mich bewegt die Tatsache, dass in unserem Land immer noch das Geschlecht, die gesellschaftliche Schicht, die sexuelle Identität oder der Herkunftshintergrund (mit) darüber entscheiden, ob sich ein Mensch seinen Fähigkeiten entsprechend entfalten und entwickeln kann. Mein Ziel ist, diese Schieflage im sozialen Gefüge unserer Gesellschaft zu beenden – mit Mut für Veränderungen und selbstverständlicher Geschlechtergerechtigkeit. Mit der Teilhabe von benachteiligten Menschen. Mit Raum für kreative Kräfte und Talente. Mit Offenheit für Vielfalt und für die, die hierher kommen oder flüchten mussten. Mit Neugierde, gemeinsam hier zu leben.

 

Politisch GRÜN

  • Parteieintritt bei den Grünen 2002
  • Bezirksvertreterin Krefeld Süd und sachkundige Bürgerin im Sozial- und im Kulturausschuss im Rat der Stadt Krefeld bis 2009
  • Delegierte bei Landes- und Bundesdelegiertenkonferenzen und Landesparteirat
  • Sprecherin der LAG Frauen NRW bis 2013
  • Sprecherin des Bezirksverbandes Niederrhein-Wupper
  • Frauenpolitische Sprecherin im Landesvorstand NRW bis 2014
  • Delegierte im Bundesfrauenrat
  • Delegierte in der BAG Frauen, der BAG Kultur und der BAG Lesben

Hier eine Dokumentation über meine Arbeit in Berlin: