Navigation überspringen

Symbolpolitik schützt nicht – Strategien gegen geschlechtsspezifische Gewalt

27.11.2025

Symbolpolitik schützt nicht – Strategien gegen geschlechtsspezifische Gewalt

_MG_0078

Geschlechtsspezifische Gewalt ist Alltag – und genau deshalb braucht es mehr als Einzelmaßnahmen. Im Rahmen von zwei Fachpanels haben wir gemeinsam intensiv darüber diskutiert, wie ein wirksamer, umfassender Gewaltschutz aussehen kann. Die Veranstaltung verlief äußerst positiv und war geprägt von fundiertem fachlichem Input, engagierten Beiträgen und einem konstruktiven Austausch zwischen den Teilnehmenden.

Im Mittelpunkt standen Fragen der Prävention, des Schutzes sowie einer effektiven Polizei- und Justizarbeit. Gemeinsam wurde herausgearbeitet, welche politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Antworten notwendig sind, um geschlechtsspezifische Gewalt nachhaltig zu bekämpfen, und welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, damit Betroffene frühzeitig und wirksam geschützt werden.

Dabei wurde das gesamte Spektrum präventiver Maßnahmen und Schutzinstrumente beleuchtet – von der Stärkung von Frauenhäusern über die Rolle der Familiengerichte bis hin zur elektronischen Fußfessel. In der Diskussion zeigte sich deutlich: So sinnvoll die Fußfessel in bestimmten Fällen sein kann, bleibt ihre Wirkung begrenzt. Während sie laut Einschätzung des Bundesjustizministeriums jährlich nur in rund 160 Fällen parallel zum Einsatz kommen dürfte, registrierte das BKA 2023 über 256.000 Fälle häuslicher Gewalt – ein deutliches Missverhältnis, das auch im Panel kritisch reflektiert wurde.

Gemeinsam mit Expert*innen aus Fachverbänden, Polizei und Justiz konnten wichtige Impulse erarbeitet werden, wie Schutzmaßnahmen in der Praxis wirksamer umgesetzt werden können und an welchen Stellen politischer und struktureller Veränderungsbedarf besteht. Die Veranstaltung hat damit einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung eines umfassenden Gewaltschutzes geleistet.