Im Dialog mit dem Unternehmen Currenta

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf war in den letzten vier Jahren eines der Themen, mit denen sich die Krefelder Bundestagsabgeordnete Ulle Schauws als frauenpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion intensiv befasste. Denn zwischen dem Anspruch, familienfreundlich zu sein und der Realität liegt auch heute noch oft eine weite Kluft.

Auf ihrer Tour im Wahlkreis zum Thema Familienfreundlichkeit und Fortschrittlichkeit in Unternehmen traf sie sich heute zu einem erneuten Gespräch mit der Führungsebene der Currenta, den Leitern von Personalabteilung Klaus Gooren und der Personalpolitik Gerd Verfuss sowie dem Leiter Public Affairs Daniel Neugebauer.

Im Austausch über verschiedene Arbeitszeitmodelle und Maßnahmen zu „Familie & Beruf“ der Currenta, die die Personalchefs der Abgeordneten erläuterten, konnte die Runde überraschenderweise viele Übereinstimmungen mit den Vorschlägen der Grünen zu familienfreundlichen Modelle feststellen.

Auch in den leitenden Funktionen bietet Currenta den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedene flexible Möglichkeiten an, ihre Arbeitszeit den familiären Situationen befristet anzupassen . Unter dem Titel „Flexi 95“ können Leitende z.B. auf 5 Prozent des Gehaltes verzichten, dafür gibt es zusätzliche, in Abstimmung mit dem Vorgesetzten flexibel disponierbare arbeitsfreie Tage. Auch Daniel Neugebauer selbst, Vater einer Grundschülerin, nutzt dieses Modell und schafft es so leichter, die vielen schulfreien Tage seiner Tochter zu organisieren. Eine weitere Möglichkeit, während der langen Schulferien die Betreuung der Kleinen zu sichern, bieten Angebote zur Kinderferienbetreuung in Kooperation mit den Bayer-Sportvereinen, die das Unternehmen bezuschusst.

Trotz der vielfältigen Maßnahmen, den immer noch in der Mehrzahl männlichen Beschäftigten es so leicht wie möglich zu machen, Familienverpflichtungen mit der Arbeit in Einklang zu bringen, gibt es offene Baustellen. Über das bislang geplante und noch immer nicht verabschiedete gesetzliche Rückkehrrecht in Vollzeit wollen die Personalchefs und Ulle Schauws nach der Wahl weiter im Gespräch bleiben. „Wir brauchen für all die Maßnahmen vor allem eines – Planungssicherheit“, merken die Personalchefs an. Insgesamt wünscht sich das Unternehmen von künftigen gesetzlichen Regelungen mehr Flexibilität und weniger gesetzliche Vorgaben. Und in Bezug auf Arbeitnehmerüberlassungen für die hochdotierten Bereiche muss differenziert geschaut werden.

Für Ulle Schauws, die im September wieder für die Grünen in den Bundestag einziehen möchte, war nach rund zwei Stunden klar: Bei Currenta läuft schon vieles in die richtige Richtung. Mit gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf ließen sich die Maßnahmen verbessern und unterstützen.

Insbesondere mit flexiblen, lebenspraktischen Arbeitszeitmodellen für Mütter und Väter, Optimierung der Elternzeit, besseren Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, mehr Unterstützung für pflegende Angehörige und leichterem Zugang zur Weiterbildung auch in unteren Einkommensbereichen wäre den Eltern und modernen Unternehmen aus ihrer Sicht mehr geholfen. Diese grünen Konzepte zur sogenannten „Zeitpolitik“ will die Abgeordnete weiter voranbringen. „Damit Arbeit ins Leben passt – und nicht umgekehrt“, sagt Ulle Schauws.

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