Suizidprävention: Interfraktioneller Antrag beschlossen

Nachdem die Grünen im Bundestag bereits im letzten Jahr mit den zusätzlichen Haushaltsmitteln für Suizidprävention einen ersten Erfolg erzielen konnten, gibt es nun erneut gute Neuigkeiten: Nach langen Bemühungen von engagierten Verbänden und uns Grünen gibt es im Bundestag nun endlich einen interfraktionellen Antrag zum Thema Suizidprävention. Der Antrag, an dem neben Bündnis 90/Die Grünen auch die CDU/CSU- sowie die SPD-Fraktionen beteiligt sind, setzt sich für eine Verbesserung der Suizidprävention in Deutschland ein und wird an diesem Freitag im Bundestag beschlossen.

Ich persönlich freue mich über diesen Erfolg unserer gemeinsamen Arbeit. Damit wird ganz deutlich, was wir schon lange gefordert haben: Das Thema Suizidprävention eignet sich nicht für den politischen Parteienstreit, sondern erfordert gesamtgesellschaftlichen Einsatz. Es bedarf einer Gemeinschaftsanstrengung, um das Thema aus Verdrängung, Tabu und Scham herauszuholen und Betroffenen frühzeitig möglichst leicht zugängliche Hilfen zu bieten. Gerne hätten wir auch die Linke in den interfraktionellen Antrag mit einbezogen, aber das war mit der Union nicht möglich.

Die Forderungen des überfraktionellen Antrags basieren im Wesentlichen auf unserem grünen Antrag „Suizidprävention verbessern und Menschen in Krisen unterstützen“, den wir bereits 2015 erstmals in den Bundestag eingebracht haben. Bei der Erstellung dieses Antrags haben wir eng mit Verbänden, insbesondere dem Nationalen Suizidpräventionsprogramm, zusammengearbeitet. Damals sah es nicht so aus, als ob eine überfraktionelle Initiative Erfolg haben könnte. Ich freue mich, dass nach langen Bemühungen nun ein gemeinsamer Antrag entstanden ist.

Der überfraktionelle Antrag fordert unter anderem, Aufklärungskampagnen zu unterstützen, Forschungsvorhaben und niedrigschwellige Präventionsmaßnahmen zu fördern sowie einen kurzfristigen Zugang zu psychotherapeutischer und psychiatrischer Behandlung sicherzustellen. Weitere Forderungen sind kultursensible, fremdsprachliche Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund und traumatisierte Flüchtlinge. Auch suizidpräventive Baumaßnahmen sollen gestärkt werden. Ich freue mich sehr, dass wir diesen wichtigen Antrag noch in dieser Legislaturperiode abschließen konnten und so auch ein politisches Signal für die nächsten Jahre setzen. Nun heißt es, die Umsetzung des Antrags aufmerksam und kritisch zu begleiten. Ich kann Ihnen versprechen, dass wir Grünen uns auch in Zukunft weiter für das Thema Suizidprävention stark machen werden und freue mich, dabei mit Ihnen zusammenzuarbeiten.

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