Gewalt gegen Frauen: EU-Studie ist alarmierend

Zur neuen Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) zu Gewalt gegen Frauen, erklärt Ulle Schauws, Sprecherin für Frauenpolitik:

Die Zahlen dieser größten jemals durchgeführten internationalen Studie sind alarmierend.

Die Gefahr für Frauen in den eigenen vier Wänden ist besonders hoch: 22 Prozent aller Befragten gaben an, körperliche oder sexuelle Gewalt durch den eigenen Partner erfahren zu haben. Über die Übergriffe vom Partner im Alltag sind Frauen sehr häufig nicht in der Lage zu reden und sehen von einer Anzeige ab.

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen einen klaren Handlungsbedarf für die Politik.  Rettung aus der Gewaltspirale im eigenen Heim bieten oft nur Frauenhäuser an, in denen die Frauen Schutz und Hilfe bekommen. Hilfetelefone und Frauenberatungsstellen dienen als wichtige  Anlaufstelle für Betroffene.

Wir fordern die Bundesregierung deshalb auf, ein Konzept für eine verlässliche Finanzierung der Frauenhäuser vorzulegen und sich verstärkt für Hilfetelefone und Beratungsstellen für Frauen gemeinsam mit den Ländern und Kommunen einzusetzen.  Polizistinnen und Polizisten, Richterinnen und Richter sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sollten in ihrer Ausbildung zum Thema geschult und sensibilisiert werden. Denn Gewalt gegen Frauen ist kein neues Phänomen sondern seit Jahrzehnten ein gesellschaftliches Thema, bei dem niemand wegschauen darf.

Hintergrund:
Jede dritte EU-Bürgerin war seit ihrem 15. Lebensjahr schon einmal Opfer sexueller oder physischer Gewalt – Gewalt zu Hause, am Arbeitsplatz, an öffentlichen Plätzen. Fünf Prozent der insgesamt 62 Millionen betroffenen Frauen sind vergewaltigt worden. So lautet das Ergebnis der europaweiten Erhebung der Grundrechte-Agentur FRA im Auftrag des EU-Parlaments, bei der insgesamt 42.000 Frauen im Alter zwischen 18 und 74 Jahren befragt wurden. Frauen in Deutschland sind mit 35 Prozent etwas häufiger von Gewalt betroffen als im EU-Schnitt.

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